Helden hinter den Kulissen Teil 4

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In unserer Serie "Helden hinter den Kulissen", werden wir im Laufe der Saison verschiedene Leute interviewen, die nicht im Rampenlicht stehen aber für den reibungslosen Verlauf eines Spieltages bzw. für das Team unerlässlich sind.

In Teil 4 haben wir Scorpions-Mitarbeiter Niklas Bröckel befragt, um Euch einen Einblick in seine Arbeit bei den Hannover Scorpions zu geben. Das Interview für das SFP führten Sonja Kruse und Lina Brillowski.

 

SFP: Wie lange bist Du schon im Verein tätig bzw. wie kam es dazu?

Niklas: Schon als Kind hat mich Eishockey immer interessiert. Und ich habe öfter mal im Fernsehen Spiele verfolgt. Live war ich zu dem Zeitpunkt noch nicht dabei. Irgendwann war ich dann mal im Ice House zu einem Spiel gegen die Eisbären Berlin. Danach leider lange Zeit nicht mehr. Meine Ausbildung sollte irgendwas mit Sportmanagement zu tun haben. Mein Interesse dafür kam durch diverse Managerspiele am Computer. Meine Ausbildung bei den Scorpions habe ich dann in der Saison 2006/2007 begonnen.

 

 

SFP: Gab es vor dir schon Auszubildende in der Arena, bzw. bei den Scorpions?

Niklas: In der Tui Arena gab es vor mir schon eine Auszubildende, bei den Scorpions war ich der erste.

 

SFP: Was hast du für Aufgaben bei den Scorpions?

Niklas: Ich betreue den Scorpionsclub. Das heißt ich kümmere mich um Anmeldungen, drucke die Gutscheine, erstelle Mitgliedslisten, ändere gegebenenfalls die Anschriften oder die Handynummern für die Auswärtsergebnisse.

Ich bin für die Vergabe der Akkreditierungen zuständig. Sowohl für die Saison-Akkreditierungen, als auch für Tagesausweise. Die Ausweise müssen jede Saison anders aussehen, damit niemand diese fälschen kann. Darum kümmere ich mich vor der Saison.

Seit dieser Spielzeit bin ich auch für die Ausführung der Sponsorenwerbung in der Arena an den Banden und in der Inside zuständig. Die Vertragsverhandlung dafür mache ich nicht. Allerdings kümmere ich mich darum, dass jeder Sponsor seine gewünschte Stelle an der Bande bekommt. Dabei ist es wichtig zu schauen, ob vereinbart wurde, das die Werbung im Fernsehbereich liegen soll oder nicht. Außerdem muss beachtet werden, dass die Banden unterschiedlich groß sind. Dazu wird ein sogenannter Bandenplan erstellt. Diese Arbeit passiert natürlich größtenteils vor der Saison.

Für die Spieltage fertige ich Ablaufpläne. Damit jeder genau weiß, was an diesem Tag z.B. alles durchgesagt werden muss. Besonderheiten an diesem Spieltag, wie zum Beispiel die Puckübergabe durch eine bestimmte Person an den Schiedsrichter sind auch auf dem Ablaufplan vermerkt.

Nach dem Spiel hole ich die Spieler zur Autogrammstunde ab.

 

SFP: Wie sieht Dein Spieltag aus?

Niklas: Die Anfangszeit hängt vom Spieltag ab. An Sonntagen bin ich meistens zwischen 11 und 12 Uhr in der Arena. Als erstes wird, wie jeden anderen Tag auch, der PC hochgefahren um E-Mails abzurufen. Denn die meisten Änderungen bekommt man per Mail mitgeteilt. Zum Beispiel wenn noch Tagesakkreditierungen benötigt werden oder wenn eine Aushilfe ausfällt und ersetzt werden muss. Irgendwas passiert immer.

Am meisten Zeit nimmt das Hin und Herlaufen an Spieltagen in Anspruch. Tagesausweise für diesen Tag müssen zum Container am Anlieferhof gebracht werden. Die Unterlagen für den Scorpionsclub ans Rondell.

Kurz nach Einlass hole ich die Paulaner-Biergartengäste vom Anlieferhof ab, bringe sie in den Biergarten und hole die Freigetränke. Außerdem lasse ich die verschiedenen Fanclubs an ihre Sachen. Zum Beispiel die Trommler an ihre Trommeln, die bei uns in einem Raum eingeschlossen sind.

Um den Club muss ich mich Größtenteils nicht kümmern, da zum Glück Steffi und Lina die meiste Arbeit hierfür an den Spieltagen übernehmen. Wenn irgendwelche Besonderheiten sind, fragen die beiden mich.

Das Spiel kann ich meistens verfolgen. Manchmal kommt es vor, dass ich nur Teile eines Drittels mitbekommen, wenn ich zum Beispiel die Geburtstagsgrüße am Ende der ersten Drittelpause hoch zum Stadionsprecher bringe.

Nach dem Spiel hole ich dann die beiden Spieler aus der Kabine ab, die an dem Tag Autogrammstunde haben. Gehe mit ihnen nach oben und stelle die Autogrammkarten zur Verfügung.

So gegen 18 bis 19 Uhr verlasse ich dann die Arena.

 

SFP: Hast du viel Kontakt zu der Mannschaft?

Niklas: Jein. Nach dem Spiel in der Kabine, wenn ich die Jungs zur Autogrammstunde abhole. Oder durch irgendwelche Promotion Termine. Zum Beispiel durch die Fahrt nach Einbeck mit Garret und Ben.

 

 

 

SFP: Kannst du gut englisch um dich mit ihnen zu unterhalten?

Niklas: Es geht so. Es reicht, damit die Jungs verstehen was ich möchte und ich verstehe sie auch.

 

SFP: Hast du ein Highlight bei den Scorpions gehabt, bzw. was war der schlimmste Moment für dich?

Niklas: Der schlimmste Moment für mich war, als wir in Wolfsburg im Pokalfinale verloren haben. Ich habe so mit gefiebert und war hinterher total unglücklich, wie wahrscheinlich viele andere auch. Eigentlich war das Finale eines der schönsten Momente, durch den Ausgang ist es allerdings zu einem der schlimmsten geworden. Das war echt bitter. Mir standen die Tränen in den Augen.

Das war noch mal etwas ganz anderes als zum Beispiel bei einem Playoff Spiel rauszufliegen.

Bestimmte Highlights habe ich nicht. Jeder schöne Sieg ist für ich ein Highlight.

 

SFP: Wie ist dein Verhältnis zu den Fans?

Niklas: Das könntet ihr mir doch beantworten, oder?

Nein, größtenteils kommen die Fans sehr gut mit mir klar. Das habe ich auch auf der Fahrt nach Einbeck gemerkt.

 

SFP: Hast du ein Lieblingseisstadion, wenn ja, welches?

Niklas: In so vielen Eisstadien war ich noch nicht. Ich war schon in verschiedenen Multifunktionshallen, aber auch im Ice House zum Beispiel. Ich denke beide haben ihre Vor- und Nachteile. Da ich aber eine Frostbeule bin, mag ich die Tui Arena ehrlich gesagt lieber.

Die Stimmung in einer kleinen Halle ist natürlich besser, aber bei uns ist sie auch nicht schlecht.

 

SFP: Was machst du in der Sommerpause?

Niklas: Ich versuche ein wenig abzuschalten. Denn so viel Spaß mir die Saison auch macht, anstrengend ist es trotzdem oft genug. Ich spiele viel am Computer und mache ein bisschen Urlaub.

Ansonsten wird in der Sommerpause die neue Saison vorbereitet. Die Akkreditierungen müssen wieder neu gemacht werden, die Werbeverträge werden durchgeschaut, Bandenwerbung neu bestellt und aufgehängt. Das benötigt viel Zeit. Da vergehen schon mal 1,5 bis 2 Monate bei.

 

SFP: Welchem Verein drückst du außer den Scorpions noch die Daumen?

Niklas: Außer den Scorpions drücke ich nur dem REV Bremerhaven die Daumen. Anderen Eishockeyclubs nicht. Beim Fußball werde ich mich mal outen. Ich drücke Bayern München die Daumen.


Das Fanprojekt bedankt sich bei Niklas für das Gespräch und den Einblick in seine Arbeit!

   
© Scorpions Fanprojekt 2011